Archiv der Kategorie: Gedichte

KEINE | ANGST vor der Angst | Ausstellung

Seit 1989 gibt es die Internationale Erich Fried Gesellschaft, der viele deutschsprachige Autorinnen und Autoren und Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler angehören. Für Festival 2019 gestalteten die Mitglieder Ausstellungsbeiträge zum Thema Angst, genauer KEINE | ANGST vor der Angst.

Ausstellung Angst 2019Von November 2019 bis März 2020 wurde die Ausstellung gezeigt, eröffnet wurde sie im Rahmen der Erich Fried Tage.

Das den 25 Exponaten zugrunde liegende Gedicht ist Angst vor der Angst aus dem erstmals 1964 im Hanser Verlag erschienenem Band Warngedichte.

Die Beiträge sind mit einem zusammenfassenden Film (siehe unten), Fotos und Erläuterungen als digitale Ausstellung online zu sehen.

Ausstellung KEINE | ANGST vor der Angst from Anne Zauner on Vimeo.

Keine Gedichte als e-book?

Durch eine E-Mail-Anfrage, ob ich Gedichte von Fried als Datei verschicken könnte (Antwort: „Nein.“), habe ich mich gefragt, ob es – außer im WWW – überhaupt elektronische Editionen von Erich Frieds Gedichten gibt. Meine Recherche ergab, dass auch darauf die Antwort nein lautet. Der Wagenbach Verlag hat nach eigener Aussage etwa 800 lieferbare Titel im Angebot. Bei den e-books sind es nach heutigem Stand 54, keines davon von Erich Fried. Auch die wenigen Ausgaben, die in anderen Verlagen (z.B. bei Fischer oder Reclam) erschienen sind, haben keine e-book-Ausgaben. Woran liegt das?

Lyrik ist sicherlich nur eine kleine Sparte des Buchhandels und Gedichtbände haben – so vermute ich – keine großen Verkaufszahlen. Vielleicht wollen die Leser besonders bei Gedichten auf das haptische Erleben des Blätterns im Gedichtband oder das zufällige Aufschlagen nicht verzichten. Ist da das e-book das falsche Medium? In der Tat ist es nur eine kleine Auswahl an Gedichtbänden, die sich als elektronische Ausgabe finden lässt, ein Großteil davon aber dafür als kostenlose, da urheberrechtsfreie (Goethe, Schiller, Rilke,…) Ausgaben. Sonst gibt es noch einige Anthologien (z.B. 100 deutsche Gedichte) und verstreut Bände von bekannten Autoren. Im Netz finden sich natürlich auch Publikationen von zeitgenössischen Autoren, die im Selbstverlag erscheinen. Dafür bietet sich die e-book-Form wegen der geringen Produktionskosten natürlich an. Insgesamt aber werden Gedichte wohl zur Zeit noch weniger auf E-Readern gelesen – und das trifft nicht nur auf Erich Fried zu.