Archiv für den Monat Juli 2014

Keine Gedichte als e-book?

Durch eine E-Mail-Anfrage, ob ich Gedichte von Fried als Datei verschicken könnte (Antwort: „Nein.“), habe ich mich gefragt, ob es – außer im WWW – überhaupt elektronische Editionen von Erich Frieds Gedichten gibt. Meine Recherche ergab, dass auch darauf die Antwort nein lautet. Der Wagenbach Verlag hat nach eigener Aussage etwa 800 lieferbare Titel im Angebot. Bei den e-books sind es nach heutigem Stand 54, keines davon von Erich Fried. Auch die wenigen Ausgaben, die in anderen Verlagen (z.B. bei Fischer oder Reclam) erschienen sind, haben keine e-book-Ausgaben. Woran liegt das?

Lyrik ist sicherlich nur eine kleine Sparte des Buchhandels und Gedichtbände haben – so vermute ich – keine großen Verkaufszahlen. Vielleicht wollen die Leser besonders bei Gedichten auf das haptische Erleben des Blätterns im Gedichtband oder das zufällige Aufschlagen nicht verzichten. Ist da das e-book das falsche Medium? In der Tat ist es nur eine kleine Auswahl an Gedichtbänden, die sich als elektronische Ausgabe finden lässt, ein Großteil davon aber dafür als kostenlose, da urheberrechtsfreie (Goethe, Schiller, Rilke,…) Ausgaben. Sonst gibt es noch einige Anthologien (z.B. 100 deutsche Gedichte) und verstreut Bände von bekannten Autoren. Im Netz finden sich natürlich auch Publikationen von zeitgenössischen Autoren, die im Selbstverlag erscheinen. Dafür bietet sich die e-book-Form wegen der geringen Produktionskosten natürlich an. Insgesamt aber werden Gedichte wohl zur Zeit noch weniger auf E-Readern gelesen – und das trifft nicht nur auf Erich Fried zu.

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